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Die unterschätzten Phishing-Angriffe: Warum Mitarbeiter die wichtigste Zielscheibe von Hackern sind

Letzte Aktualisierung
06. Mai 2024
Lesedauer
5 Minuten
Verfasst von
Zoran Savic

In der heutigen digitalen Welt sind Unternehmen in der Schweiz zunehmend Phishing-Angriffen ausgesetzt, die sensible Daten stehlen und Systeme lahmlegen können. Diese Angriffe richten sich oft an Mitarbeiter, die als Einfallstor für Hacker dienen. In diesem Blog-Post erfahren Sie, warum Mitarbeiter die Hauptzielscheibe von Phishing-Angriffen sind, welche Folgen diese Angriffe für Unternehmen haben können und wie Sie Ihr Unternehmen mit präventiven Massnahmen schützen können.

Die initiale Falle: Hackerangriffe auf Unternehmen in der Schweiz

Laut dem Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BITM) waren im Jahr 2023 80% der erfolgreichen Cyberangriffe auf Schweizer Unternehmen auf Phishing-Attacken zurückzuführen. Hacker nutzen verschiedene Methoden, um Zugriff auf Unternehmensnetzwerke zu erlangen, darunter:

  • Ausnutzen von Schwachstellen: Hacker suchen nach Schwachstellen in der IT-Infrastruktur eines Unternehmens, z. B. in Homeoffice-Lösungen oder Cloud-Services, um diese auszunutzen und Zugang zu sensiblen Daten zu erlangen.
  • Geleakte Passwörter: Hacker können Passwörter von anderen Websites oder Diensten stehlen und diese dann verwenden, um sich Zugriff auf die Systeme eines Unternehmens zu verschaffen.
  • Phishing-Angriffe: Phishing-Angriffe zielen darauf ab, Mitarbeiter dazu zu bringen, auf gefälschte Websites oder Links zu klicken oder schädliche Anhänge zu öffnen.

Die perfide Falle: Warum Mitarbeiter in der Schweiz ins Visier geraten

Mitarbeiter sind häufig das Ziel von Phishing-Angriffen, weil sie oft über sensible Daten verfügen und weniger wachsam gegenüber Online-Bedrohungen sind. Hacker nutzen verschiedene Social-Engineering-Techniken, um Mitarbeiter in die Falle zu locken, z. B.:

  • Verpflegung von Mitarbeitern in Firmennähe: Hacker verteilen in der Nähe von Unternehmen kostenlose Getränke oder Snacks, um mit Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen und ihnen gefälschte Datenträger oder USB-Sticks unterzuschieben.
  • Falsche IT-Supportmitarbeiter: Hacker geben sich am Telefon oder per E-Mail als IT-Supportmitarbeiter des Unternehmens aus und versuchen so, an die Zugangsdaten der Mitarbeiter zu gelangen.
  • Phishing mit gefälschten Rechnungen: Hacker versenden gefälschte Rechnungen von Schweizer Stromversorgern oder anderen Unternehmen, um Mitarbeiter dazu zu bringen, ihre Kontodaten preiszugeben.

Die bitteren Folgen von Phishing-Angriffen für Schweizer Unternehmen

Erfolgreiche Phishing-Angriffe auf Mitarbeiter können für Unternehmen in der Schweiz weitreichende Folgen haben, darunter:

  • Datenverlust und -diebstahl: Sensible Unternehmensdaten wie Kundeninformationen, Finanzdaten oder Geschäftsgeheimnisse können in die Hände von Cyberkriminellen gelangen und zu Identitätsdiebstahl, Betrug oder Erpressung führen.
  • Systemstörungen und Ausfälle: Phishing-Angriffe können Malware auf den Systemen von Mitarbeitern verbreiten, was zu Systemstörungen, Ausfällen und Produktivitätsverlusten führen kann.
  • Reputationsverlust: Unternehmen, die Opfer von Phishing-Angriffen werden, können ihren Ruf schädigen und das Vertrauen von Kunden und Geschäftspartnern verlieren.
  • Finanzielle Verluste: Phishing-Angriffe können Unternehmen direkt durch Lösegeldforderungen, Schadensersatzzahlungen und Wiederherstellungskosten belasten. Laut dem BITM lag der durchschnittliche Schaden durch einen Phishing-Angriff in der Schweiz im Jahr 2023 bei 60.000 CHF.

Gezielte Phishing-Attacken in der Schweiz: Wie Hacker vorgehen

Hacker investieren oft viel Zeit und Mühe in ihre Angriffe. Sie betreiben langes Social Engineering und Reconnaissance, um Informationen über ihr Ziel zu sammeln. So können sie gezielte Angriffe starten, wie z. B. Spear-Phishing, bei denen sie E-Mails an bestimmte Mitarbeiter versenden, die auf deren Interessen oder Hobbys zugeschnitten sind.

Beispiel eines Spear-Phishing-Angriffs:

Ein Hacker könnte einem Mitarbeiter, der sich für Fussball interessiert, eine E-Mail mit einem vermeintlichen Angebot für Tickets zum nächsten Spiel seiner Lieblingsmannschaft senden. Die E-Mail könnte von einem scheinbar legitimen Absender stammen, z. B. dem Verein selbst oder einem Ticketportal. Wenn der Mitarbeiter auf den Link in der E-Mail klickt, wird er auf eine gefälschte Website geleitet, die wie die echte Website des Absenders aussieht. Dort wird er aufgefordert, seine persönlichen Daten und Zahlungsinformationen einzugeben.

Sobald der Hacker diese Informationen hat, kann er sie für verschiedene Zwecke missbrauchen, z. B. um die Identität des Mitarbeiters zu stehlen, seine Kreditkarte zu belasten oder Zugang zu den Systemen des Unternehmens zu erlangen.

Phishing-Angriffe in der Schweiz abwehren: So schützen Sie Ihr Unternehmen

Um Ihr Unternehmen in der Schweiz vor Phishing-Angriffen auf Mitarbeiter zu schützen, können Sie folgende Massnahmen ergreifen:

Schulung und Bewusstseinsbildung:

  • Führen Sie regelmässige Schulungen für Mitarbeiter zum Thema Phishing-Prävention durch.
  • Stellen Sie sicher, dass die Mitarbeiter die neuesten Phishing-Techniken kennen und verdächtige E-Mails, Links und Anhänge erkennen können.
  • Nutzen Sie Phishing-Simulationen, um die Mitarbeiter in einem realistischen Umfeld zu testen und ihre Wachsamkeit zu schärfen.

Technische Schutzmassnahmen:

  • Implementieren Sie Firewalls, Intrusion Detection Systems (IDS) und Email-Sicherheitslösungen, um Phishing-Versuche zu blockieren.
  • Aktivieren Sie Zwei-Faktor-Authentifizierung für alle Benutzerkonten.
  • Verwenden Sie starke Passwörter und ändern Sie diese regelmässig.
  • Halten Sie die Software und Betriebssysteme auf dem neuesten Stand.

Richtlinien und Verfahren:

  • Etablieren Sie klare Richtlinien und Verfahren für den Umgang mit E-Mails, sozialen Medien und anderen Online-Aktivitäten.
  • Definieren Sie klare Prozesse für die Meldung von verdächtigen E-Mails und Phishing-Versuchen.
  • Stellen Sie sicher, dass alle Mitarbeiter die Richtlinien und Verfahren kennen und einhalten.

Regelmässige Tests und Simulationen:

  • Führen Sie regelmässig Phishing-Tests und Simulationen durch, um die Wirksamkeit Ihrer Schutzmassnahmen zu überprüfen und die Mitarbeiter auf dem Laufenden zu halten.
  • Nutzen Sie verschiedene Phishing-Techniken, um die Schwachstellen in Ihrer Organisation zu identifizieren.
  • Dokumentieren Sie die Ergebnisse der Tests und Simulationen und ergreifen Sie Massnahmen zur Verbesserung der Sicherheit.

Tools und Anbieter:

Es gibt zahlreiche Tools und Anbieter, die Sie bei der Implementierung von Phishing-Schutzmassnahmen unterstützen können. Zu diesen Tools gehören:

  • Phishing-Simulationslösungen: Diese Lösungen ermöglichen es Ihnen, realistische Phishing-Angriffe auf Ihre Mitarbeiter zu simulieren.
  • Email-Sicherheitslösungen: Diese Lösungen blockieren Spam, Phishing-Versuche und andere Bedrohungen in Ihrem E-Mail-Verkehr.
  • Awareness-Schulungen: Es gibt zahlreiche Anbieter, die Schulungen zum Thema Phishing-Prävention anbieten.

Fazit

Phishing-Angriffe stellen eine ernstzunehmende Bedrohung für Unternehmen in der Schweiz dar. Durch die Implementierung der oben genannten Massnahmen können Sie Ihr Unternehmen und Ihre Mitarbeiter vor Phishing-Angriffen schützen und die damit verbundenen Risiken minimieren.

Kontaktieren Sie uns jetzt für eine kostenlose Beratung und erfahren Sie, wie wir Sie optimal bei der Umsetzung von Phishing-Schutzmassnahmen unterstützen können.